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+++ Montag, 09.04.2018 - 10:39 - Alter: 254 Days

Ein Abend im Zeichen der Naturwissenschaften


Mehr als 370 Interessierte besuchten am Mittwoch, den 14.03.2018, das Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen, um einen Abend im Zeichen der Wissenschaft zu genießen. Als Mitglied des Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC veranstaltete das Neunkircher Gymnasium zum 3. Mal ihren erfolgreichen MINT am Abend.

Schon bei der Begrüßung durch die Schulleiterin, Frau Karin Weiskircher-Hemmer, die sichtlich stolz darauf war, ein solches Event ihren Schülern, Eltern und Besuchern über den eigentlichen Schulalltag hinaus anbieten zu können, war die Vorfreude bei den Besuchern in der vollbesetzen Schulaula zu spüren.

Bereits bei den ersten beiden Vorträgen reichten die Stühle in den jeweiligen Fachräumen kaum aus, um allen Besuchern Platz zu bieten. Julian Backes von der Firma Dialogika aus Dudweiler referierte über ein uns allen sehr bekanntes reizvolles Thema, die Blitzeranlagen und erklärte mit informatischem Fachwissen die Fehlerhaftigkeit und Berechnungsgrundlage dieser Geräte. Prof. Dr. Johann Jauch, Professor am Institut für organische Chemie der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, zeigte in seinem Vortrag, wie nützlich und faszinierend zugleich Naturstoffe sind.

Mit der Frage, wer heute schon Schmerzen hatte, startete der Schmerztherapeut Erik Schommer seinen äußert alltagsbezogenen Vortrag über das neue Schmerzverständnis und machte den Besuchern deutlich, dass ein noch vor 10 Jahren als Abfall bezeichnetes „Organ“, die Faszien, für über 80% der heutigen Schmerzen verantwortlich sind. Die Gemüter über das Ärgernis falscher Wettervorhersagen beruhigte Prof. Dr. Christian Wagner, indem er den Besuchern mit einem gelungenen Experimentalvortrag die Gründe dafür erklärte.

Die zwei pensionierten Lehrer, Werner Ruf und Roland Full aus Unterfranken, begeisterten das Publikum in ihrem Experimentalvortrag von der verblüffenden Ähnlichkeit chemischer Experimente mit Bildern aus der Natur, untermalt von passender Musik. Die beiden Pipettendirigenten stehen dabei nebeneinander im Dunkeln über zwei Overheadprojektoren gebeugt und sind dabei ganz auf ihre Nerven angewiesen. Dabei sind sie auf den genauen Zeitpunkt des Eintreffens der Chemikalie in der Petrischale, der herrschenden Temperatur und Luftströme angewiesen, um ihren Zuschauern durch eine chemische Farbenvielfalt z.B. eine Hummel, die Befruchtung oder den Sommer zu Herzen zu bringen. Trotz ihrer weltweit schon über 140 Vorträgen sind sie immer wieder aufgeregt, so Full.

Mit so viel Andrang bei den Mitmachstationen hatte Max Birtel, Mitarbeiter des Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum und der Firma Smart Factory aus Kaiserslautern nicht gerechnet. Mit ihrem modularen Schulungsdemonstrator verdeutlichten sie die Paradigmen von Industrie 4.0 am Beispiel der Herstellung eines Würfels und eines 3D-Druckers.

Ebenso groß war der Ansturm auf die Mitmachstationen der Universität des Saarlandes, freute sich die Schulleiterin. Neben der Herstellung eines Wärmekissens, welches man mit Hilfe der Mitarbeiter des Schülerlabors der Materialwissenschaften herstellen konnte. Während die Besucher im Biologiesaal unter Aufsicht von Vertretern des Schülerlabors Lab in the box mit Seifenhäuten experimentierten und sich als Brückenbauexperten präsentierten, wurden im Physiksaal Schaltungen gelötet, die vom Schülerlabor für Messtechnik aufgebaut worden waren.

Neben vielen externen Referenten konnte auch das Gymnasium am Steinwald selbst eine Mitmachstation anbieten, welche von den Schülern der Klassenstufe 11 aus dem Seminarfach „Chemie kinderleicht“ angeboten wurde. Im Seminarfach werden komplizierte chemische Sachverhalte von Oberstufenschülern kindgerecht zum experimentieren und verstehen aufbereitet, so die Seminarfach- und Chemielehrerin Bettina Hans.

Ausgeleuchtet von illuminierten, selbstgebauten platonischen Körpern fanden Jung und Alt den Weg zum dunklen Sportplatz. Stars des Abends waren dort bei wolkenlosem Himmel die Sterne und Planeten, welche es mit Hilfe der Teleskope des Astronomievereins Cassiopeia aus Saarlouis zu beobachten galt.

Nachdem die Schulleiterin Frau Weiskircher-Hemmer gegen 21 Uhr die Veranstaltung mit einer Verlosung von Kinogutscheinen und Mikroskopen beendete, betonte diese, dass bei solch einer Begeisterung für diesen Abend ein weiterer Abend in den nächsten Jahren mit Sicherheit folgen wird.

 

Mathias Moritz