+++ Montag, 23.10.2017 - 08:00 - Alter: 53 Days

Kreative Experimente auf dem Tablet


Die Politik sitzt in der letzten Reihe: Beim Pressetermin im Neunkircher Steinwald-Gymnasium mussten Bildungsminister Ulrich Commerçon (hinten rechts) und Landrat Sören Meng (links daneben) hinten Platz nehmen. Es ging schließlich um die iPads im Unterricht, die hier Viola Lawall und Sophie Lex (von links) präsentieren.

Neunkirchen. Modernster Unterricht ist im Neunkircher Gymnasium am Steinwald eingezogen. Hier wird in einer Klasse ab sofort auch per iPad gelernt.

Im Gymnasium am Steinwald wird jetzt mit dem iPad gepaukt: die Schule hat die erste Klasse vorgestellt, deren Schüler alle über einen eigenen Tablet-Computer verfügen. Dieser soll nun fester Bestandteil des Lernalltags der 16 Schüler der Klasse 8i werden. „Die Gesellschaft verändert sich. Dabei darf die Digitalisierung keine Belastung sein, sondern sie soll als Entlastung bei der Bildung einen wichtigen Dienst tun“, erklärte Bildungsminister Ulrich Commerçon im Klassenraum der neuen iPad-Klasse.

Im neuen digitalen Klassenzimmer hapert es leider noch mit der Internetanbindung. Landrat Sören Meng versprach aber einen flächendeckenden Breitbandausbau bis zum Ende des nächsten Jahres. Trotzdem wird das moderne Medium schon jetzt vollständig in allen Fächern – mit Ausnahme von Religion – genutzt. „Für uns war der Kerngedanke schon vor drei Jahren: wie können wir Tablets als Werkzeuge, und nicht als Konsumgegenstand in den Unterrichtsalltag integrieren?“, berichtete Fachlehrer Mirko Busch, der das Projekt angestoßen hatte.

Neben der Digitalisierung von Schulbüchern wird das iPad in der Klasse auch genutzt, um eigene Ideen der Schüler umzusetzen. Bei der Einweihung demonstrierte Schüler Felix Busch, wie das geht. Mithilfe seines iPads ließ er ein animiertes Männchen über eine Plattform hüpfen und dabei Schalter umlegen. Die Programmierbefehle dafür tippte der Schüler selbst in englischer Sprache ein.

Solche kreativen Experimente sind durchaus gewollt, wie Informatiklehrer Matthias Querbach deutlich machte. „Es ist wichtig, dass wir die Technik so nutzen, dass die Schüler auch selbst Vorschläge und Entdeckungen einbringen können“. Dass das iPad vieles erleichtert und vor allem Zeit spart, bewies Kunstlehrerin Nadine Bogenschütz. Um den Schülern zu vermitteln, wie man Formen wie Kugel oder Kegel zeichnet, ließ sie Formen auf ein mit dem Tablet geschossenes Foto übertragen – in Sekundenschnelle. Die Schüler, die alle ihre eigenen Geräte in der Klasse nutzen, sind von den Möglichkeiten begeistert: „Man muss sich schon ein wenig hineinarbeiten, aber in den meisten Fällen spart man viel Zeit“, erzählte Schülerin Sophie Lex. Ähnlich geht es ihrer Freundin Viola Lavall. Die erklärte, es habe zuhause keiner großen Überredungskünste bedurft. „Mein Vater sagte, man soll es als Chance sehen, dass wir so modernen Unterricht haben dürfen.“

Foto: Jörg Jacobi

Artikel: SZ-Bericht vom 23.10.2017, Bericht von Mathias Huckert