Am 23. Mai 2014 waren im Biologieunterricht zwei ganz besondere Gäste zu Gast. Von den Schülern Simon Stenger und Barbara Siffrin erfuhren wir viele Details über diese Gäste in Form eines Referates zum Thema Vogelspinnen.

Bericht von Simon Stenger und Barbara Siffrin:

Zum Einstieg in das Thema haben wir zunächst eine Dokumentation über diese Spinnentiere geschaut. Danach folgte unser Vortrag mit folgendem Inhalt:

Allgemeine Informationen über Vogelspinnen:

Vogelspinnen sind eine von mehreren Unterarten der Gliederfüßer. Der Artname lautet Theraposidae. Es gibt 947 verschiedene Arten in 125 Gattungen und Vogelspinnen waren bereits im Karbon vor ca. 300 Millionen Jahren vorhanden. Außerdem weisen Vogelspinnen einige Merkmale auf, die sie von anderen Webspinnen unterscheiden. Sie sind sehr große Spinnentiere und ihre Beißklauen (Cheliceren) sind nach vorne und parallel zur Körperachse ausgerichtet, bei anderen Webspinnen sind diese nach innen gerichtet. Weitere Merkmale bilden die starke Behaarung und der Besitz von Krallen.

Warum heißen Vogelspinnen überhaupt Vogelspinnen?

Der Name kommt von der Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian. Auf einer Asienreise malte sie ein Bild mit dem Namen „Metamorphosis insectorum Suri-namensium“. In diesem Bild ist eine Vogelspinne, welche einen Kolibri verspeist, zu sehen.

Der Körper der Vogelspinne:

Der Körper kann grob in zwei Teile gegliedert werden, nämlich in den Vorderkörper (Prosoma) mit den vier Laufbeinpaaren, den Tastern (Pedipalpen) und den Beißklauen (Cheliceren) und den Hinterleib (Abdomen) mit den Spinnwarzen. Der Vorderkörper ist von einem Exoskelett umgeben, das sich aus einem Kopfstück (Carapax) und einem Bruststück (Sternum) zusammensetzt. Auf dem Kopfstück liegen die Thoraxgrube, die zur Unterscheidung der Vogelspinnengattungen dient, und die Augen, die sich auf dem Augenhügel befinden. An der Seite des Prosomas sitzen die vier Laufbeinpaare, vorne die Taster (Pedipalpen), die Beißklauen (Cheliceren) und die Mundöffnung und hinten befindet sich die Verbindung zum Hinterleib, auch Petiolus genannt. Außerdem ist im Inneren des Prosomas der Saugmagen über den die verflüssigte Nahrung aufgenommen wird. Die Augen der Vogelspinne sind sehr klein und auch der Sehsinn ist nur schwach ausgeprägt. Sie werden unterteilt in Haupt- und Nebenaugen. Die Aufgabe der Hauptaugen ist Bilder und Farben wahrzunehmen, was nützlich für das Packen der Beute ist. Die Aufgabe der Nebenaugen ist es Bewegungen zu registrieren.
Alle Laufbeine sind gleich aufgebaut und werden in sieben Segmente aufgeteilt, den Fuß (Tarsus), den Mittelfuß (Metatarsus), die Schiene (Tibia), das Knie (Patella), den Schenkel (Femur), den Schenkelring (Trochanter) und die Hüfte (Coxa).
Die Taster (Pedipalpen) sind genauso aufgebaut wie die Laufbeine. Der einzige Unter-schied ist, dass der Mittelfuß (Metatarsus) fehlt. Die Beißklauen (Cheliceren) dienen zum Beutefang oder der Verteidigung. Im oberen Teil der Beißklaue sitzt die Giftdrüse. Beim Beutefang gelangt durch feine Kanäle das Gift in die Opfer, welches den Körper des Beutetiers zersetzt und somit die Spinne das Opfer aussaugen kann.
Im Hinterleib (Abdomen) befinden sich die meisten Organe wie das Herz, die Lungen, Teile des Darms und die Geschlechtsorgane. Der Abdomen ist gleichzeitig der empfindlichste Teil, da er nicht vollständig von einem Exoskelett umgeben ist. Das Exoskelett besteht aus Tergiten und Sterniten, also Chitinplatten, die nicht vollständig ausgehärtet sind und durch weichhäutige Pleuren, ebenfalls Chitinplatten, verbunden sind.
Der Vorteil davon besteht darin, dass die Spinne so sehr viel Futter zu sich nehmen kann und der Ernährungszustand überprüft werden kann. Ist der Abdomen groß, hat die Spinne erst gefressen, ist er klein muss die Spinne gefüttert werden.
Der Nachteil liegt darin, dass die Spinne nicht geschützt ist. Bereits Stürze aus geringer Höhe können tödlich enden, weil der Hinterleib aufplatzen kann und somit das Tier verblutet.

Die Entwicklung der Vogelspinne:

Diese kann in drei Abschnitte unterteilt werden, die Zeit im Kokon, als Nymphe und Imago. Im ersten Abschnitt spinnt das Muttertier einen Seidenteppich, auf dem die Eier abge-legt werden. Darüber kommt noch eine Schicht Spinnenseide. Die beiden Schichten Spinnenseide und die Eier werden zu einem Kokon geformt. Dieser wird dann auch wieder mit Spinnenseide umzogen. Nach einiger Zeit, ca. 9 Wochen, schlüpfen die Larven. Diese haben noch keine Ähnlichkeit mit Spinnen, sondern sehen eher aus wie „Eier mit Beinen“. Sind die Larven etwas weiterentwickelt; erkennt man den Vorderkörper, den Hinterleib, die Beine und den Augenhügel. Die Tiere häuten sich dann zur Larve II und die Proportionen stimmen fast mit denen der Spinne überein. Im Kokon häutet sich die Larve schließlich zur Nymphe. Danach wird der Kokon vom Muttertier geöffnet. Es kann passieren, dass die Bewegungen der Nymphen den Fressreiz des Muttertiers anregen und diese den Kokon frisst.
Im nächsten Abschnitt entwickelt sich die Nymphe zur erwachsenen Spinne. Die voll-entwickelte Nymphe wird auch „erste Fresshaut“ genannt, da die Nymphe ihre Haut nach der Häutung frisst. Nach jeder Häutung erhöht sich die Zahl der Fresshaut, also zweite Fresshaut, dritte Fresshaut und vierte Fresshaut, bis das Tier erwachsen ist. Der Abstand zwischen den Häutungen beträgt am Anfang vier bis acht Wochen. Mit jeder Häutung vergrößert sich der Abstand. Wie viele Häutungen eine Nymphe braucht bis sie erwachsen ist, ist abhängig von der Art, Geschlecht und der Temperatur.
Der letzte Abschnitt tritt mit der Reifehäutung ein. Die Vogelspinne ist nun voll entwickelt. Für Männchen ist diese Häutung gleichzeitig die letzte Häutung. Nach einer gewissen Zeit versterben die Spinnen. Weibchen häuten sich weiter, aber in größeren Abständen ca. einmal im Jahr, und gewinnen auch weiterhin an Größe. Der folgende Punkt ging über die Häutung. Anzeichen für eine Häutung sind die Schwarzfärbung der Haut, ein apathischer Zustand, die Flucht in den Unterschlupf oder die Spinne fängt an zu bluten, damit sich die alte Haut besser von der neuen Haut ablösen kann. Bei der Häutung selbst liegt die Spinne auf dem Rücken und schiebt die alte Haut von sich ab. Die Dauer der Häutung beträgt ungefähr vier bis acht Stunden.

Herkunft und die Lebensweise der Vogelspinnen

Sie leben überwiegend in warmen Klimaten um den Äquator und auch auf der ganzen südlichen Erdhalbkugel verteilt.
Ihre Lebensweise ist ganz unterschiedlich. Es gibt Arten die überwiegend auf dem Boden leben wie z.B. Grammostola rosea, dann gibt es Arten die überwiegend auf Bäumen leben wie z.B. Acanthoscurria geniculata oder welche die vorwiegend in Erdlö-chern leben, z.B. Haplopelma lividum.
Die Fressgewohnheit von Vogelspinnen ist ebenfalls unterschiedlich. In der Natur fressen Vogelspinnen normalerweise immer wenn sie Futter finden wie z.B. Heimchen, Heuschrecken oder auch Kakerlaken.

Bei der Terrarienhaltung empfiehlt es sich die Spinnen einmal in der Woche oder einmal alle zwei Wochen zu füttern. Die Lebenserwartung der Vogelspinnen ist ebenfalls unterschiedlich. Männchen leben bis sie erwachsen sind, je nach Art ca. ein bis zehn Jahre.

Feinde der Vogelspinne und ihre Verteidigung:

Feinde sind Amphibien und Reptilen, z.B. Wegwespen, Hundertfüßer, verschiedene Skorpionarten und Wanderameisen, und verschiedene Wirbeltiere, beispielsweise Mangusten. Bei der Häutung können auch Futtertiere zur Gefahr werden, da die Spinne auf dem Rücken liegt und ungeschützt ist. Um sich zu verteidigen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist das „Bombadieren“. Dabei schießt die Vogelspinne Brennhaare, die sich auf dem Abdo-men befinden ab. Diese Haare verursachen Hautrötungen und ein Brennen. Weitere Möglichkeiten zur Verteidigung sind der Giftbiss, das Einschlagen mit den Beinen auf den Feind oder das Schießen von Kot.

Am Schluss unseres Referates konnten die Schüler noch abschließend zwei verschiedene Vogelspinnen betrachten, die wir mitgebracht hatten.