Wir sind radioaktiv

Bericht von Jan Ternig, Juli 2012

In unserer Projektwoche vom 18. bis zum 23.6.2012 beschäftigte sich unsere Projektgruppe mit dem Thema Radioaktivität. An unserem Projekt unter der Leitung von Herrn Clohs und Frau Dimitrijević nahmen insgesamt 12 Schüler der Klassenstufen 10 und 11 teil. Das Ziel unseres Projektes war, den Besuchern am Präsentationstag der Projektwoche am 23.6.2012 die Funktionsweise, das Nutzen sowie die Gefahren der Kernenergie nahe zu bringen. Wir konnten unser Vorhaben mit Hilfe von Plakaten und einer PowerPoint-Präsentation gut umsetzen. Um den Prozess der Kernspaltung zu verstehen, muss man sich zunächst mit dem Aufbau eines Atoms auseinandersetzen.

Atome sind Grundbausteine jeden Materials. Sie bestehen aus dem Atomkern und der Atomhülle. Der Atomkern besteht aus positiv geladenen Protonen und neutral geladenen Neutronen, die Atomhülle besteht nur aus negativ geladenen Elektronen. Im Prozess der Kernspaltung zerfallen große instabile Atome in kleine stabilere Teilchen und in diverse Strahlungen. Es gibt verschieden Strahlungsarten der Atome, die Alpha-, die Beta- und die Gamma- Strahlung. Die Alpha- und Beta- Strahlen haben in der Luft eine Reichweite von 10 cm (Alpha- Strahlen) bis hin zu einigen Metern(Beta- Strahlen). Die stärkste Strahlung geht von den Gamma- Strahlen aus, die eine Reichweite von sehr vielen Metern haben und die man nur durch einen massiven Bleiblock unterbinden kann. In unserem Projekt konnten wir diese Erkenntnisse mit Hilfe von Plakaten den Besuchern deutlich machen. Weitere wichtige Aspekte für die Kernspaltung sind die Halbwertszeit, die Zeit, nach der die Hälfte der vorhandenen radioaktiven Kerne zerfallen, sowie die Aktivität, welche die Kernumwandlungen in einem bestimmten Zeitintervall angibt.
Ein Messgerät, welches diese sehr energiereiche Strahlung messen kann, ist das Geiger- Müller- Zählrohr, welches uns Herr Olschewski aufgrund seiner Tätigkeit als Geologe freundlicherweise zur Verfügung stellte und welches wir am Präsentationstag auch ausstellen konnten. Er informierte uns auch in sehr interessanter Weise über seinen Beruf und gab uns hilfreiche Informationen zur Kernenergie und zum Vorkommen von Uran im Saarland, wofür wir uns nochmals herzlich bedanken möchten.
In unserem Projekt führten wir auch eine Umfrage zum Thema Atomkraft auf dem Stummplatz in Neunkirchen durch, welche uns für unser Projekt sehr interessante Erkenntnisse brachte. Eine weitere Aktivität in unserem Projekt war ein Interview mit Herrn Bernd Gulich, einem Mitarbeiter des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld, ein Druckwasserreaktor, der so funktioniert, dass mit den Brennstäben im Reaktor Energie erzeugt wird, die dazu dient, Wasser zum Verdampfen zu bringen. Dieser Wasserdampf wiederum treibt Turbinen an, welche durch einen Generator Strom erzeugen können. Herr Gulich gab uns Informationen darüber, dass die Atomkraft viel günstiger ist aufgrund der hohen Energiedichte von Uran. Außerdem sagte er, dass es sehr viele Kontrollen des Reaktors, pro Jahr ungefähr 3500(!), gibt und er informierte uns über den Rückbau des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld, der voraussichtlich 2020 beginnt. Herr Gulich selbst sieht den Atomausstieg als übertriebene Kurzschlussreaktion der Bundesregierung aufgrund des Atomunfalls in Fukushima. Es gibt jedoch nicht nur den Druckwasserreaktor, sondern auch noch den Siedewasserreaktor, wie er unter anderem in Tschernobyl zum Einsatz kam. Hierbei befinden sich die Brennstäbe zu zwei Dritteln in Wasser. Wärme fließt von unten nach oben durch den Reaktorkern. Die dadurch entstehende Wärme wird abgeführt, wodurch nochmals Dampf entsteht, der eine Turbine antreibt, deren Energie in einen Generator gelangt, der daraus Strom erzeugt. Auch dies hielten wir plakativ fest.

Weitere Themen unserer Projektwoche waren darüber hinaus noch die Entsorgung von Atommüll, wofür es in Deutschland vier Endlager( Asse, Morsleben, Konrad und Gorleben) gibt. Ebenso war auch der GAU in Tschernobyl Bestandteil unserer Projektwoche, auch darüber informierten wir uns sehr genau und konnten ein informatives Plakat gestalten.

Uns allen hat das Projekt sehr viel Spaß gemacht und wir konnten sehr viele lehrreiche Informationen aus diesem Projekt mitnehmen. Auch bei unseren Projektleitern Herr Clohs und Frau Dimitrijević möchten wir uns nochmals bedanken für die Unterstützung beim Umsetzen unserer Ideen sowie für die vielen Informationen, die sie uns zur Hand gaben.