Darstellendes Spiel

"Der wahre Schauspieler ist von der
unbändigen Lust getrieben, sich
unaufhörlich in andere Menschen zu
verwandeln, um in den anderen am
Ende sich selbst zu entdecken."

Max Reinhard (1873-1943)
Schauspieler und Regisseur

Seit Beginn des Schuljahres 2009 können Schülerinnen und Schüler im Saarland und somit auch hier bei uns am Gymnasium am Steinwald ein recht junges Fach in der gymnasialen Oberstufe belegen: DAS DARSTELLENDE SPIEL.
Das Darstellende Spiel (kurz DS) gehört neben den Fächern Bildende Kunst und Musik zu den Fächern der musisch-ästhetischen Bildung. Es wird zweistündig als Grundkurs in der Oberstufe angeboten und kann, sofern durchgehend ab Klasse 10 belegt, als mündliches Prüfungsfach im Abitur gewählt werden.
Die Leistungsbeurteilung im Fach DS basiert nicht allein auf der Unterrichtsarbeit, sondern auch auf schriftlichen Klausuren und spielpraktischen Aufgaben, welche benotet werden.

Ziele und Inhalte des Fachs

Darstellendes Spiel ist ein äußerst facettenreiches und vor allem praxisorientiertes Fach: Nicht allein soll durch die intensive Schauspielarbeit das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler für Ästhetik gefördert, sondern auch das Spektrum ihrer bisherigen Handlungs- und Kommunikationsmöglichkeiten kreativ erweitert werden. Die Kursteilnehmer lernen zum Beispiel schon nach kurzer Zeit ihre eigene Stimme besser kennen und sie adäquat einzusetzen, insgesamt körperbewusster und selbstsicherer aufzutreten und sich in andere Menschen und deren Lebenssituationen einzufühlen.

Neben einer größtenteils praktisch orientierten Unterrichtsführung, welche vor allem die Bereiche „Körperarbeit“, „Stimme und Atem“, „Wahrnehmung“, „Bewegung“, „Raum“ und „Improvisation“ beinhaltet, lernen die Kursteilnehmer aber auch wesentliche theoretische Grundlagen der Theaterarbeit kennen und erhalten einen allgemeinen Überblick über die Theatergeschichte und die Wirkungsweise theatraler Mittel, wie z.B. Requisiten, Licht und Bühnenformen. Auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Regiestile und –methoden bekannter Regisseure, wie Stanislavskij, Brecht, Artaud, Grotowski, Brook, Boal und Keith Johnstone, werden den Teilnehmern im Rahmen des Fachs sukzessive und praxisnah vermittelt.

Darstellendes Spiel ist keine Theater-AG

Auch wenn der Name dieses Faches uns im ersten Moment an eine Theater-AG erinnern mag, unterscheidet sich das Fach Darstellendes Spiel grundlegend sowohl von einer solchen AG als auch vom professionellen Theater. Während bei diesen beiden Formen immer die Bühnenaufführung selbst und das Interesse der Zuschauer im Vordergrund stehen, richtet sich das Hauptaugenmerk im Rahmen des DS-Unterrichts vor allem auf die ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Schenkt man also Friedrich Schillers Worten Glauben, "der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt" (vgl. "Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen"), so ist der enorme individuelle Lernzuwachs aller Teilnehmer in diesem Fach von großer Bedeutung.

Interesse?

Gewöhnlich findet für die Schüler und Schülerinnen der Klasse 9 kurz vor der Fächerwahl für die Klasse 10 eine kurze "Schnupperstunde" statt, sodass man vor der endgültigen Entscheidung erste eigene Eindrücke gewinnen kann.
Wer sich also für das Fach Darstellendes Spiel interessiert und noch mehr erfahren möchte, kann sich jederzeit entweder mit Frau Stroh oder Frau Pfeiffer in Verbindung setzen.

Was Schüler über das Fach Darstellendes Spiel sagen

"Darstellendes Spiel ist ein Fach, das mir besonders viel Spaß macht! Es ist sehr vielseitig und durchaus interessant!" (Lea S., Klasse 12)

"Darstellendes Spiel hat mich verändert, weil es mich selbstbewusster gemacht hat. Da man regelmäßig kleine Improvisationen auf der Bühne meistern muss, lernt man vor der Klasse frei zu sprechen und irgendwann auch Spaß daran zu haben. Auch bei Referaten ist man irgendwann viel lockerer und kann notfalls, wie in DS erlernt, auch hier mal improvisieren ohne sich es anmerken zu lassen. DS - ein super Fach!" (Melina S., Klasse 12)

"Natürlich ist es für jeden Schüler am Anfang schwer, sich auf das Fach DS einzulassen. Das mag zum einen an unserem Alter liegen, in dem man oft noch Angst hat, sich vor den Mitschülern bloßzustellen, zum anderen daran, dass man selbst noch gehemmt ist, sich in andere Rollen einzufinden, die einen viel Überwindung kosten und jedem von uns auch große innere Stärke abverlangen. Doch gerade diese Aspekte sollen überwunden, die Persönlichkeit jedes Einzelnen gestärkt werden. So wurde bei uns aus einer zunächst heterogenen Gruppe im Laufe unserer drei DS-Jahre ein homogenes Gebilde, das sich immer besser kennengelernt und ergänzt hat. Durch den intensiven Kontakt zu den Mitschülern gehen so schnell womöglich frühere Vorurteile gegenüber anderen Schülern verloren, neue Kommunikationsnetze entstehen. Mich persönlich begeistert dieses Fach sehr: Man ist aufgeschlossener geworden, lernt seine Stimme besser kennen und diese bei Vorträgen geschickt einzusetzen und man hat allgemein weniger Angst vor einer größeren Gruppe von Personen zu sprechen. Besonders toll finde ich, dass wir es mit unserem diesjährigen 12er Kurs, der in dieser Konstellation nun seit zwei Jahren zusammenarbeitet, geschafft haben, ein eigenes Stück auf die Beine zu stellen, welches wir dank der freien Entfaltung unsere Kreativität am Anfang des kommenden Jahres auf die Bühne bringen werden. Dies stellt wunderbar unter Beweis, wie viel Potenzial in den jungen Köpfen steckt." (Till H., Klasse 12)

"Darstellendes Spiel ist ein Fach, das mit viel Spaß und Freude verbunden ist, aber vor allem uns Schüler enorm weiterbringt. Nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch Spontanität und Selbstvertrauen werden geschult, auch die Theorie gestaltet sich sehr spannend und interessant! Alles in allem ist Darstellendes Spiel also ein Fach, das sich zwar von den reinen Schulfächern abhebt, aber trotzdem oder gerade deshalb jede Menge Motivation und Ehrgeiz erfordert." (Marie B., Klasse 12)

"Darstellendes Spiel hilft, salopp formuliert, mal wirklich aus sich rauszugehen und sich selbst und seine Fähigkeit, sich in jemand anderes zu verwandeln, zu schulen. Als Schüler der 9. Klasse würde ich es unbedingt wählen, wenn man Spaß am Schauspielern hat und bereit ist zu zeigen, was in einem steckt oder wie man andere Menschen begeistern kann. Mir macht Darstellendes Spiel eine Menge Spaß! Schade eigentlich, dass so mancher Außenstehende das Fach etwas unterschätzt!" (Rebecca A., Klasse 12)

"Darstellendes Spiel ist ein Fach, das mir persönlich viel Spaß macht und mir hilft, besser vor anderen Personen aufzutreten, was zum Beispiel beim Halten von Referaten etc. sehr nützlich sein kann. Ich habe vorher schon im Verein Theater gespielt und als das Unterrichtsfach "Darstellendes Spiel" auch an unserer Schule angeboten wurde, habe ich es natürlich gewählt, um möglichst gute Noten erzielen zu können, da dies ja bekanntlich einfacher ist, wenn man selbst auch wirklich mit Motivation und Leidenschaft dahinter steht. In der Gruppe lernt man viel über die Ausdrucksweisen eines Schauspielers, aber auch über sich selbst und seine Mitschüler. Besonders gut gefällt mir an dem Unterrichtsfach, dass es den normalen Schulstress etwas auflockert, da in der Gruppe gemeinsam auch viel gelacht und ganz anders als sonst unterrichtet wird. Natürlich heißt das nicht, dass man dieses Fach weniger ernst nimmt als andere Fächer, dennoch fällt es mir in diesem Stunden von selbst leicht, mitzuarbeiten und mitzuagieren. Ich kann das Fach "Darstellendes Spiel" nur weiterempfehlen, da man nicht nur lernt, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und Einblicke in die Theatertheorie erhält, sondern vor allem dabei spielerisch auch seine eigene Persönlichkeit weiterentwickelt." (Jelena K., Klasse 12)

Nachrichten aus dem Fach

+++ Samstag 09.01.2016

Theateraufführung am Dienstag, den 19.01.2016

In unserer Eigenproduktion „Der Schein des Seins“ möchte unser Grundkurs 12 Darstellendes Spiel zeigen, wie wichtig es in der heutigen Zeit ist, immer wieder zwischendurch in unserem schnelllebigen Alltag kurz innezuhalten, um...» Weiterlesen