Poetry-Slammer: Bas Böttcher zu Gast am GaS

Quelle Wikipedia (s.u.)

Bericht von Till Hust, November 2012
Er ist ein Sprachvirtuose: die Rede ist von Bas Böttcher, der am 13. September 2012 mit seinen selbstverfassten Gedichten das Publikum zwei Stunden lang in seinen Bann zog.
Beim sogenannten „Poetry Slam“ handelt es sich wortwörtlich um einen Dichterwettstreit bzw. eine Dichterschlacht. Dieser literarische Vortragswettbewerb beruht darauf, selbstgeschriebene Texte während eines bestimmten, vorgeschriebenen Zeitrahmens, dem Publikum zu präsentieren. Unserer Schule gelang es, mit Bas Böttcher einen der ersten Slam-Poeten ganz Deutschlands zu engagieren, der diese Technik perfektioniert hat und im Jahre 1997 bereits die deutschen Poetry-Slam-Meisterschaften gewinnen konnte. Im vollen Musiksaal warteten bereits zahlreiche Schüler aus den Klassenstufen 10, 11 und 12, um zu sehen und insbesondere zu hören, was ein Mensch mit Sprache bewirken kann. Pünktlich betrat der leger bekleidete Poet den Saal und repräsentierte so den für die Kunst markanten, schlichten Stil, der, gepaart mit der entspannten Atmosphäre im Musiksaal, möglicherweise vorhandene Barrieren des Zweifels aufheben konnte. Böttcher verstand es dabei genau, die Jugendlichen für sich zu gewinnen, indem er sie aktiv in seinen Vortrag mit einbezog.
Auf persönliche Themenwünsche wurde dabei durch das große, „im Kopf verankerte“ Repertoire eingegangen und Themenbereiche vom Essen („Imbissdeutsch“) über Liebe („Liebeserklärung an eine Chinesin“) bis hin zur Sprachverwirrung („Babylon 2.8“) abgesteckt. Das Publikum zahlte dies mit beachtlicher Aufmerksamkeit zurück und war fasziniert von der Phrasierungstechnik des Rezipienten. Laut, leise, schnell, langsam, verdreht, verwirrt, verknotet kamen die Gedichte daher und forderten neben der vorhandenen Aufmerksamkeit auch die geistig anspruchsvolle Fähigkeit, die Satzsteine zu entschlüsseln bzw. zu kombinieren. Die Pointen setzte Böttcher zielgenau und gab so Denkanstöße, die bei den Schülern auch über den Vortrag hinaus erhalten bleiben sollten. Interessant waren außerdem die Einbettung und die dazugehörige Erklärung alltäglicher Redewendungen, mit der Böttcher verdeutlichen wollte, dass wir Sprache oft benutzen, ohne den eigentlichen Sinn dahinter zu kennen. Wer beispielsweise wusste, dass „08/15“ auf ein Maschinengewehr der Bezeichnung „MG 08/15“ zurückzuführen ist, welches im ersten Weltkrieg Verwendung fand? Die zwei Stunden vergingen wie im Flug, die Botschaft Böttchers wurde wohl für jeden deutlich: Sprache ist ein Gut, das wir pflegen müssen, das uns verbindet und das bei uns Menschen so viel Wirkung erzeugt. Wer nicht in den Genuss des Vortrags kam, kann seit Oktober in jeder Buchhandlung das brandneue Buch „Vorübergehende Schönheit“ (mit CD) erwerben, welches viele der neuen Stücke enthält und uns auf den Spuren unserer Sprache wandeln lässt...

Externer Link zu youtube: http://www.youtube.com/watch?v=yrUO-qNErzI

Bildnachweis: http://de.wikipedia.org/w/index.php? title=Datei:Bas_boettcher.jpg&filetimestamp=20100623095407