Energiemarkt im Wandel – Chancen für die Zukunft?

Schüler des Gymnasiums am Steinwald ergründen mit Hilfe der Enovos die Ausrichtung des deutschen Energiebedarfs.

Bericht Thomas Wallus, 2012

Sich für ein Umdenken im Umgang mit der Umwelt zu begeistern oder die Analyse eines Marktes wagen – Komplexe Themen, denen mancher Schüler nur allzu gerne aus dem Weg ginge. 13 Schüler am Gymnasium am Steinwald in Neunkirchen nehmen aktuell jedoch genau dieses Thema genauer unter die Lupe. Den Rahmen bietet das Seminarfach „Energiemarkt im Wandel – Chancen für die Zukunft“. Hier untersuchen die jungen Erwachsenen die sich rasch verändernden Strukturen des Marktes. Im Gespräch mit Daniel Ziegler, Vertriebsleiter des Energieversorgers Enovos Deutschland, wird der Wandel im Denken der Versorger deutlich.
Nicht nur die Öffnung des Marktes im Jahr 2006 oder die Gesetzgebung von Land und Staat erfordern, dass Energieunternehmen ihr eigenes Angebot oder gar ihr komplettes Profil schärfen und dabei verstärkt regenerative Energien mit einbeziehen. Die Verknappung der Ressourcen lässt zukünftig kaum eine andere Lösung zu.
Auch bei der Betrachtung der Gasprodukte der Enovos ist die zukünftige Marschrichtung klar erkennbar. Klimafreundliche Biogaslösungen ersetzen bereits heute zu einem gewissen Grad fossile Energieträger und verbessern die Schadstoffbilanz. Wer nicht gewillt ist, auf dieses, aus Biomasse gewonnene Produkt zurückzugreifen, entschließt sich wohlmöglich für den Bezug von Erdgas. Der Kauf von Klimazertifikaten kann die hiervon ausgehende Umweltbelastung zeitgleich bewusst neutralisieren. Noch im Jahr 2010 bleiben solche Lösungen aber ein Nischenprodukt. Sie sind allerdings ebenso zukunftsweisend wie das Berücksichtigen des ökologischen Fußabdrucks. Ganze Veranstaltungen können hiermit bereits klimaneutral ausgerichtet werden. Schadstoffe, die bei der Anreise der Gäste, durch Klimaanlagen oder Beleuchtung emittiert werden, gleicht man auch hier wieder mit dem Kauf von Zertifikaten, die man für umweltschützende Projekte einsetzt, aus.
All dies ist mehr als nur interessant für die Schüler des Neunkircher Gymnasiums. Scheinbar jeder einzelne Satz ist bedeutend. Schließlich spricht man von einer Zukunft, die es zu verantworten gilt und deren Schicksal man als junge Generation mitträgt. Das Gespräch mit Herrn Ziegler nutzt man aus diesem Grunde nicht nur, um aktuelle Vorhaben kritisch zu hinterfragen. Welche Kompromisse muss man beispielsweise selbst eingehen, wenn man den Wandel des Marktes unterstützen möchte? Welche Bedeutung kommt dem Biogas der geplanten Merziger Biogasanlage zu, sofern diese Lösung aufgrund des notwendigen Aufpreises bislang nur für wenige Kunden attraktiv scheint? Es ist eindeutig: Die nächsten Jahre der Energiepolitik und Energieversorgung halten zahlreiche Chancen und offene Fragen bereit. Als Arbeitnehmer von morgen, der kommende Entwicklungen des Marktes mit steuern könnte, ist es an diesem Schultag von vorherein absehbar, dass auch die Frage nach möglichen Berufen in der Branche im Raum stehen würde. Doch die Antwort auf den Klimawandel liegt nicht ausschließlich im Handeln der Versorger. Die Lösung liegt in der Bereitschaft des Einzelnen.