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SCHULGESCHICHTE

Das Gymnasium am Steinwald Neunkirchen

Wann : 1864 Gründung als private Familienschule, in einem Haus in der Bahnhofstraße, durch Herrn von Stumm, 1-klassig, bei getrenntem Unterricht für Knaben und Mädchen in zwei Klassenräumen, von den Eltern finanziert. Ziel: Vorbildung zum Besuch der Höheren Schule, Lehrerin für Mädchen: Frl. Johanna Morian, Lehrer für Jungen: unbekannt.“

„Unser netzwerkgestützter Informatikraum ist überlastet, nicht nur durch unsere Informatikkurse und durch die Informationstechnische Grundbildung in den Klassenstufen sieben bis neun. Immer mehr Lehrer und Lehrerinnen erkennen die Zeichen der Zeit und nutzen den Computer und das Internet für ihren Fachunterricht in Mathematik, Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Musik, Bildender Kunst, in den gesellschaftskundlichen Fächern und in dem seit einem Jahr angebotenen Zusatzfach Wirtschaftslehre.“

Zwischen dem Anfang der „Zeitleiste unserer Schulgeschichte“( Festschrift 1989, S. 20-23), der den Beginn der Entwicklung unserer Schule markiert, und der Äußerung des Schulleiters in der Saarbrücker Zeitung im Frühjahr 2000 aus Anlass der Entstehung eines Infocenters und eines zweiten EDV-Raumes liegen fast 140 wechselvolle Jahre Gymnasium am Steinwald.

Wechselvoll in vielerlei Hinsicht: Bis heute hat die Schule ihren Namen zwölfmal verändert; sie begann als Private Familienschule (1864-1869), hieß z.B. auch Öffentliche Paritätische Höhere Mädchenschule - Lyzeum - (1911-1922), Städtisches Mädchenrealgymnasium (1946 bis 1948) und Staatliches Gymnasium am Steinwald Neunkirchen (1974-1992). Seit dem Wechsel der Trägerschaft im Jahre 1992 heißt die Schule offiziell Gymnasium am Steinwald – Schule des Landkreises Neunkirchen. Natürlich erfolgten die Umbenennungen nicht willkürlich, sondern sind Ausdruck verschiedenster Veränderungen. Die „Zeitleiste“ bemerkt etwa für das Jahr 1869 lapidar: „Der Unterricht für Knaben wird eingestellt, Frl. Ellinghaus wird Leiterin der Schule.“ Es sollte bis 1977 dauern, als die pädagogische Favorisierung der Koedukation zur erneuten Aufnahme von Jungen führte. 1910 wird die Schule direkt der königlichen Regierung in Trier unterstellt (vorher: Kreisschulinspektion Ottweiler): „Nach Befürwortung des Kuratoriums und auf Beschluss des Gemeinderates gibt es drei neue Lehrerstellen zum 1.4.1911 (ein dritter Akademiker, ein ordentlicher Lehrer und eine Lehrerin). Dies ist die Voraussetzung für die Anerkennung als Höhere Mädchenschule“ (S.21).

Ähnlich wechselvoll wie die sich in den unterschiedlichen Bezeichnungen widerspiegelnde Struktur der Schule sind ihre vielen verschiedenen Standorte. Die Festschrift spricht in diesem Zusammenhang von einem „‘Schulweg‘ durch Neunkirchen“ (S. 122). Dieser Weg ähnelt einer Odyssee, die den damaligen Schulleiter bereits Anfang der fünfziger Jahre des 20. Jh. zu der bitteren Einschätzung von der „Schule ohne ‚Heim‘“ (S. 122) veranlasst hat. Ein paar Stationen mögen belegen, was er mit folgendem Vergleich gemeint hat: „Wie aber eine Familie durch schlechte Wohnverhältnisse schweren Schaden erleiden muss, so kann auch eine Schule sich nur entfalten und den Anforderungen voll entsprechen, wenn ihr die nötigen Einrichtungen und Räumlichkeiten zur Verfügung stehen“ (S. 122).

1881: ‚Versorgungshaus‘, später Viktoria-Hospital, 1884: Unterkunft im Hause Sprenger, 1886: Umzug in das Haus des Brauereibesitzers Friedrich Schmidt, später (1911) Augenklinik Dr. Langguth,... 1912: Benutzung der städtischen Turnhalle im Saalbau, Errichtung von zwei Baracken im Schulhof in der Viktoriastraße, 1913: Milchhalle im Hof, zusätzlich zwei Säle im Viktoria-Schulhaus,... 1948: Obertertia bis Oberprima im Haus Langguth, die unteren Klassen im Bachschulhaus, 1949: ein Teil der Klassen bezieht das 100 Jahre alte Schlossschulhaus; die Planungen für einen Neubau beginnen.

In den 50er Jahren entsteht in mehreren Bauabschnitten am heutigen Standort ein Schulgebäude, das modernen Konzeptionen entspricht. Mit der Einweihung der Aula 1961 wird der Abschluss des kompletten Neubaus gefeiert. Umgeben von viel Grün und dennoch angebunden an die nötigen Zuwegungen, hat die Schule heute eine bevorzugte Lage, sodass sie endlich „Heim“ sein kann für eine gedeihliche Entwicklung der Schulfamilie.

Es gehört bis heute zum Selbstverständnis des Gymnasiums am Steinwald, dass das Miteinander von Schülern, Lehrern und Eltern besonders gepflegt wird. Ein äußeres Zeichen dieser Verbundenheit ist der gleichnamige Chor, in dem „aktive“ und ehemalige Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam musizieren. Seit 1977 werden in einem fast regelmäßigen Turnus von zwei Jahren große Schulfeste gefeiert. Groß wohl auch deshalb, weil unsere Schulfeste über Neunkirchen hinaus guten Anklang gefunden haben. Jedes Fest steht unter einem bestimmten Motto, dem die Dekoration der Säle, Foyers und Flure angepasst sind. Auch die Aktivitäten der einzelnen Klassen und Kurse orientieren sich an dem gemeinsam gefundenen Thema, sodass schon etliche Nachmittage vor dem eigentlichen Ereignis das Schulgebäude von lebendigem Treiben erfüllt ist. Den Auftakt zum Schulfest bildet die Eröffnungsveranstaltung am Vorabend, ebenfalls mit Darbietungen, die zum Motto passen und von Schülern, Eltern und Lehrern einstudiert worden sind.

Wie engagiert sich gerade die Elternschaft zeigt, kann man augenblicklich an der Umsetzung einer neuen Idee sehen: Die Mitglieder der Elternvertretung haben die erste Nummer einer Schulzeitung herausgebracht. Schüler, Lehrer und Eltern haben eine kurzweilige, informative Lektüre verfasst, die offensichtlich das Interesse vieler gefunden hat. Dank der finanziellen Unterstützung durch den Schulverein ist diese Erstausgabe den Eltern kostenlos zugestellt worden, sodass viele Leser einen Eindruck von der neuen Publikation haben gewinnen können. Die positive Resonanz von allen Seiten hat Mut gemacht, in loser Reihe weitere Exemplare folgen zu lassen.

Nicht erst im zweijährigen Rhythmus, sondern jährlich findet das traditionelle Sport- und Spielfest statt. In diesem Jahr sind immerhin 132 Mannschaften aus allen Klassen und Kursen gegeneinander angetreten und haben dem Grundgedanken von sportlichem Ehrgeiz und spielerischer Freude Ausdruck verliehen.

Im laufenden Schuljahr 1999/2000 besuchen knapp 850 Schülerinnen und Schüler unsere Schule. Es wird auch weiterhin ihr Bestreben sein, bewährten gymnasialen Unterricht zu stärken und ihn dort, wo es erforderlich ist, im Sinne einer Qualitätsverbesserung weiter voran zu bringen. Dazu gehört, das aufzugreifen, was aus der Gesellschaft, aus der Arbeitswelt und der Wirtschaft gefordert wird. Die bisherige Sprachenfolge Französisch-Englisch/Latein (Englisch) mit der Option von Spanisch als neu einsetzender Fremdsprache in Klasse 11 wird künftig ersetzt durch die Folge Französisch-Englisch-(Spanisch/Latein); weiterhin besteht die Möglichkeit, im naturwissenschaftlichen Zweig Spanisch ab Klasse 11 als Zusatzfach zu wählen. Damit soll erreicht werden, dass die immer wichtiger werdende fremdsprachliche Ausbildung als Schlüsselqualifikation für viele Berufsfelder um die Weltsprache Spanisch erweitert wird.

Eine ähnliche Zielsetzung verfolgt die Schule mit der Einrichtung des Faches Wirtschaftslehre als Zusatzgrundfach für die 12er- und 13er- Kurse. Über ein Drittel der Schülerinnen und Schüler hat dieses Fach gewählt, weil man erkannt hat, wie die Bedeutung von Kenntnissen und Fertigkeiten in diesem Bereich täglich zunimmt.

Die Bemühung um eine zeitgemäße Bildung schließt -last but not least- den sicheren Umgang mit PC, Internet und Multimedia selbstverständlich ein. Das Gymnasium am Steinwald „ist drin“ – und das schon seit drei Jahren. Internet-Café und Internet-Arbeitsgemeinschaft sind gut besucht, die ständig aktualisierte Homepage erlaubt einen raschen Zugriff auf das, was die Schule ist und was sie gerade tut.

Sie nimmt die Herausforderungen des Zeitalters der Computerchips, der Bits und Bytes ohne Wenn und Aber an. Im gleichen Maß will sie aber auch Maßstäbe und Normen suchen, die unsere Schüler befähigen, Verantwortung für ein menschliches Miteinander aller zu übernehmen. Ein Beispiel für die Erziehung zu einer solchen Mitverantwortung ist in diesem Schuljahr der Hungermarsch zugunsten indischer Straßenkinder gewesen. Alle Klassen und Kurse, das Kollegium und viele Eltern haben durch ihren persönlichen Einsatz zu einem stolzen Erfolg dieses Projektes beigetragen.

Harald Clohs

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Unsere Schule von 1864 bis heute: (in Kurzform)

Private Familienschule (1864 - 1869)
Private Paritätische Töchterschule (1869 - 1887)
Öffentliche Paritätische Mädchenschule (1887 - 1911)
Öffentliche Paritätische Höhere Mädchenschule Lyzeum (1911 - 1922)
Lyzeum und Studienanstalt (1922 - 1929)
Städtisches Oberlyzeum (1929 - 1935)
Städtisches Oberlyzeum mit Frauenoberschule (1935 - 1945)
Städtische Oberschule für Mädchen (1945 - 1946)
Städtische Höhere Mädchenschule (1946)
Städtisches Mädchenrealgymnasium (1946 - 1948)
Staatliches Mädchenrealgymnasium Neunkirchen (1948 - 1974)
Staatliches Gymnasium am Steinwald Neunkirchen (1974 - 1994 )
Gymnasium am Steinwald Neunkirchen (1994 - ....)

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