7000€ für einen Kindergarten

Bericht von Jana Schmidt, Januar 2014

Am 17.01.2014 bekam das Gymnasium am Steinwald Besuch von Frau Florence Mukakabano Gasatura. Die Frau des Bischofs aus Butare/ Ruanda, war in Begleitung von Herrn Rüdiger Burkart und seiner Gattin Karin Burkart vom Kirchenkreis Saar-Ost. Seit vielen Jahren engagiert sich das Steinwaldgymnasium mit Herzblut für Ruanda. Doch nicht wie gewöhnlich war die Finanzierung einer Schülerpatenschaft oder der Kauf von Ziegen für Witwen der Anlass für den Besuch, sondern ein ganz anderes, in den Augen der Schulgemeinschaft sehr besonderes Ereignis: Direktorin Frau Karin Weiskircher-Hemmer überreichte Frau Gasatura einen Scheck im Wert von 7.000 Euro für den Bau eines Kindergartens in Butare. Was für die meisten in Europa Aufgewachsenen wohl eher unspektakulär klingen mag, ist in Butare eine echte Sensation, denn trotz einer Einwohnerzahl von 70.000 Menschen gibt es in dieser Stadt bisher keinen einzigen Kindergarten. Die gespendete Summe ermöglicht Frau Burkart und Frau Gasatura, die den Bau des Kindergartens vor Ort überwacht, die Sicherstellung der Finanzierung ihres gemeinsamen Projekts. Auch Frau Andrea Hrasky, verantwortlich für das Hilfsprojekt am Steinwaldgymnasium, zeigte sich begeistert über die Fortschritte, die nicht nur durch die erzielte Summe aus dem Spendenlauf des Gymnasiums, sondern auch durch die stetige Arbeit der Schülerfirma "RentAbles Brett" ermöglicht wurden. Frau Gasatura erklärte den interessierten Schülern, warum der Bau des Kindergartens so wichtig sei: "Alle Familienmitglieder müssen arbeiten um Geld zu verdienen, niemand kann es sich leisten zu Hause zu bleiben. Deshalb geben Eltern ihre Kinder oftmals in die Obhut anderer Familien, wo sie jedoch häufig gegen Geld sexuellem Missbrauch ausgeliefert werden." Diese erschreckende Information verdeutlichte den Gymnasiasten einmal mehr, welche Bedeutung ein solches Kindergarten-Projekt in einem Land wie Ruanda hat. Nach der Scheckübergabe wurde Frau Gasatura in die Aula begleitet, wo bereits alle Schüler der Klassenstufe 5 auf sie warteten, die jede Menge interessante und berechtigte Fragen zu stellen hatten: "Haben die Menschen in Ruanda genügend Wasser zum Trinken?", "Wie sehen Häuser in Ruanda aus?", "Was essen die Menschen dort?" und "Wie kommen die Kinder zur Schule?" sind nur einige Beispiele. Die wohl am schwierigsten zu beantwortende Frage war jedoch "Warum ist Ruanda so ein armes Land?" Frau Gasatura, die selbst vierfache Mutter ist, zeigte sich begeistert vom großen Interesse der Zehn- und Elfjährigen und beantwortete jede Frage ausführlich. Leider ging die Zeit viel zu schnell vorüber, aber Fr. Gasatura versprach, sehr bald noch einmal das Gymnasium am Steinwald zu besuchen. Den Kindern in Ruanda möchte sie von den Steinwaldschülern erzählen, die schon seit zehn Jahren unermüdlich im Einsatz sind, um die Lebenssituation der Kinder und Jugendlichen in Ruanda zu verbessern. Jana Schmidt, Geschäftsführerin der Schülerfirma RentAbles Brett: „Wenn auch der schreckliche Völkermord von 1994 nicht in Vergessenheit geraten darf, liegt unser Fokus auf der Gegenwart und der Zukunft der jungen Menschen in Ruanda. Diese können wir durch unsere vielfältigen Schulaktivitäten und die erfolgreiche Partnerschaft zwischen der Diözese Butare, dem Kirchenkreis Saar-Ost und dem Gymnasium am Steinwald positiv beeinflussen.“ Das nächste Projekt ist bereits in Planung: Am 28. März findet ein Benefizkonzert mit dem Kreisjugendorchester Neunkirchen in der Aula des Gymnasiums am Steinwald statt.