Erste Hilfe am Hund

Montags morgens um 9 Uhr startete unsere Projektwoche gleich mit einem Highlight – die Hundetrainerin Claudia Stähr hatte sich bereit erklärt, unserer Projektgruppe wichtige Infos rund ums Thema „Erste Hilfe am Hund“ näher zu bringen. Nach einem kurzen Brainstorming, welche Notfälle beim Thema „Hund“ auftreten können, ging es auch schon los und Claudia Stähr erklärte und zeigte, wie man in der jeweiligen Situation am besten reagiert.
So lernten wir direkt den wohl wichtigsten Grundsatz der ersten Hilfe am Hund kennen: bevor man einen Hund, insbesondere einen fremden Hund erstversorgt, muss man dem Hund die Schnauze verbinden, um sich selbst vor einer eventuellen Bissverletzung zu schützen. Will man eine Maulschlinge anlegen, ist es entscheidend, sich dem Tier von der Seite zu nähern.
Nachdem einige von uns die Maulschlinge bei Lina, dem Hund von Frau Wolf, ausprobiert hatten, mussten wir Linas Vitalfunktionen überprüfen. Wir brachten dazu den Hund zunächst in die stabile Seitenlage. Zur Stabilisierung des Kreislaufs legt man eine Decke unter den Hundepo, um diesen auf ein höheres Niveau gegenüber dem restlichen Körper zu bringen. Auf diese Weise stellt man sicher, dass zuerst die wichtigsten Organe mit Blut versorgt werden. Anschließend kontrollierten wir den Puls des Hundes an der Schenkelinnenseite sowie den Herzschlag auf Höhe des Ellenbogens des liegenden Hundes.
Ähnlich wie beim Menschen kann dann im Notfall eine Herzmessage und eine Mund-zu-Maul-Beatmung durchgeführt werden.
Ein häufiger Notfall bei Vierbeinern ist eine Schnittverletzung an einer Pfote. In einem solchen Fall muss zuerst die Blutung gestoppt werden. Hierzu übten wir das Anlegen eines Pfotenverbandes. Damit ein Pfotenverband bei der empfindlichen Hundepfote nicht zu Druckstellen führt, ist es wichtig, die Ballen einzeln mit Watte zu schützen bevor der eigentliche Verband angelegt wird.
Claudia Stähr erklärte uns außerdem, woran man erkennt, ob Blutung venös oder arteriell ist. Sie zeigte, wie man einen Druckverband anlegt und ließ uns dies gleich wieder an Lina ausprobieren.
Wir lernten, dass man zwei in eine Beisserei verwickelte Hund voneinander trennen kann, wenn eine Person einen der Hunde „schubkarrenartig“ an den Hinterläufen hochzieht, während die zweite Person in diesem Moment den anderen Hund am Halsband packt.
Zu guter Letzt behandelten wir noch den Notfall „Vergiftung“, bei dem einige von uns erstaunt waren, wie viele für uns harmlose Stoffe für den Hund tödlich sein können. Insgesamt haben wir an diesem Vormittag viele hilfreiche Tipps für den Umgang mit unseren Vierbeinern im Notfall erfahren. Wir bedanken uns recht herzlich bei Claudia Stähr für die tolle Vorstellung.