Drittes "Schülervorspiel" – Dynamik, Vielfalt und große Klänge

Bild Sophie Charrois

Bericht von Till Hust, Dezember 2012


„Uns erwartet ein großes Spektrum an Musik“, so die einleitenden Worte von Frau Weiskircher-Hemmer zur nunmehr dritten Auflage des "Schülervorspiels". Dass sie mit dieser Aussage absolut richtig liegen sollte, zeigte sich gleich beim Blick auf das bunte Programm: mit den variablen Sparten von leichter Musik, über Pop bis hin zu klassischen, traditionellen Klängen wurde dem Publikum aus Jung und Alt alles, was das Herz begehrt, geboten. Friedel Hary, einer der Initiatoren dieses Abends, blickte dabei auf die Geschichte der einst fest zum Schulprogramm gehörenden Veranstaltung zurück: „Jahrelang lag diese Tradition an unserer Schule auf Eis, doch im Jahr 2011 merkten wir Musiklehrer, dass es wieder an der Zeit wäre, Altbewährtes neu aufleben zu lassen“ und ergänzt: „es war damals auch gar nicht schwer, interessierte Schüler für dieses Projekt zu gewinnen“. Auch am kalten Freitagabend waren es 11 Schüler aus den Klassenstufen 6-12, die ihr Können unter Beweis stellten. Den Anfang machte Hannah Sieren (Klasse 12) in Form eines Klassikers aus der Musikgeschichte. Mit ihrem Akkordeon stimmte sie das vielen bekannte „Adiós Nonino“ von Astor Piazzola an, ehe mit Elisa Raber (Klasse 10) ein „zukünftiger Profi mit virtuosem Querflötenspiel“ folgte. Auch Jonas Charrois (Klasse 6), der mit seinem Klavier ein Allegretto von Karl Czerny sowie ein Menuett von Beethovens Schüler, Joseph Haydn, spielte und Jacqueline Heyer (Klasse 9), die ebenfalls mit ihren schwarz-weißen Tasten einen melodischen Tanz auf die Bühne zauberte, war anzusehen, wie viel Freude alle an ihrem Instrument haben. Jonas bewertete anschließend sein Vorspiel: „Insgesamt mag ich die Vielfalt an meinem Instrument und mit meinem Auftritt war ich ebenfalls zufrieden, auch wenn es immer noch etwas Luft nach oben gibt“. Einen großen Bogen spannte wiederum Elena Ahnert (Klasse 6) auf: zuerst musizierte sie mit ihrer Querflöte das altbekannte „I am sailing“, ehe sie mit einem klassischen Menuett aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Don Giovanni“ ihren Part beendete. Die Aufgabe, den ersten Teil abzurunden, kam Hannah Schäfer (Klasse 12) zu, die mit ihrem unglaublich breiten Gesangsspektrum die Zuschauer in das Land der Träume versetzte und mit dem erfolgreichen Stück „Les Misérables“ die ihr auferlegte Aufgabe würdig meisterte. Zur Frage, nach welchen Kriterien die Schüler für diesen Abend ausgesucht worden waren, erklärte Hary: “Grundsätzlich müssen alle einem grundmusikalischen Anspruch genügen, was wiederum heißt, dass die Musik-Basics vorhanden sein müssen. Aufgrund der sehr guten Ausbildung der Schüler durch erfahrene Musiklehrer haben so auch die Jüngsten die Chance, hier mitzuwirken“. Den zweiten Teil leitete Alexander Kopainski (Klasse 11) mit einem regelrechten Ohrwurm ein: „Forrest Gump“ sorgte für puren Wohlklang und Dynamik am Piano. Was folgte, waren zwei Violinschüler. Luca Matzenbacher (Klasse 9) glänzte bei Vivaldis a-Moll Konzert mit schönem Klang und ausgefeilter Technik, Anna-Lena Lüder (Klasse 6) verzückte mit kleiner Violine, aber selbstbewusstem Auftreten. Auf Silvia Fritze (Klasse 11) mit „Hallelujah“ folgte die vielfach ausgezeichnete Akkordeon-Spielerin Elena Schneider (Klasse 12), die den 1. Satz aus der Sonatina Piccola von Torbjörn Lundquist und Narcís Casanoves’ Sonate Nr.6 zum Besten gab. Das Ende dieses rundum gelungenen Abends markierte erneut eine herausragende Stimme mit „Gänsehaut-Faktor“, Hannah Schäfer, mit „Dream a Dream“. Für ein überraschendes, letztes musikalisches Schmankerl sorgten die Musiklehrer Gisela Wälder und Friedel Hary mit einer vierhändigen Zugabe eines Johannes-Brahms-Stückes und eines spanischen Tanzes des Spätromantikers Moritz Moszkowski, ehe sie die Vorspieler mit Mozartkugeln in die winterliche Nacht verabschiedeten.
Die wohl beste Auflage der bisherigen „Schülervorspiele“ resümierte Schulleiterin Karin-Weiskircher-Hemmer emotionsgeladen: “Mich hat das heute sehr gerührt und in mir wurden große Gefühle frei. Es war ein Abend ohne Sieger und Verlierer, denn jeder kann stolz auf das sein, was er schon in so jungem Alter erreicht hat. Auch bedanke ich mich ganz herzlich bei den Eltern, die ihre Kinder immer so tatkräftig unterstützen“. Friedel Hary schaute mit den Worten: „Wir werden alles daran setzen, auch im nächsten Jahr wieder solch ein Konzert zu veranstalten und hoffen, dann auch neue Gesichter präsentieren zu können“, in die Zukunft.